Lehrmittel: Ohne Rücksicht auf die unsere Wahrnehmung

In der Recherche ist mir das «Kleine Wörterbuch der Musik» (Reclam, Jahr 2000) in die Hände gekommen und mit Schrecken habe ich folgendes gelesen:

«reine Stimmung, Stimmung, die über Oktave, Quinte und Quarte hinaus auch grosse und kleine Terz in der Obertonreihe zugrunde legen. Die Intervalle beruhen auf Zahlenproportionen bzw. auf den akustischen Gesetzen der Obertonreihe. Musikalisch nicht praktikabel. Siehe pythagoräische Stimmung, siehe temperierte Stimmung.»

Das macht mich richtig aggressiv! Nicht praktikabel! Was bitteschön machen denn Streichquartette und A cappella Ensembles? Die streben eine reine, möglichst von Schwebungen befreite Stimmung an.

Bei Schwebungen die Erklärung, dass diese als «Rauhigkeit» oder «Vibrato» gehört werden. Naja.

Bei den Kirchentonarten und Modi überhaupt kein Hinweis, dass diese erst durch eine irreguläre Temperierung ihre Wirkung entfalten. Bei der pythagoräischen Stimmung steht dann, dass diese bis ins 15. Jahrhunder Gültigkeit besass, immerhin. Was dann bis zur temperierten Stimmung geschah: kein Wort zu mitteltönig und zu Andreas Werckmeister.

Was für ein blödes Buch, 250 Seiten Erklärungen über alle erdenklichen Sachen der Musik. Aliquoten werden grad noch erwähnt, ohne die musikalische Empfindung eines reinen Klanges. Hände weg von diesem und ähnlichen Büchern!

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Gameplay video

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Gepfiffenes Spectrogram und Vokale

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